"Da Bobbe" begeistert in Thalmassing

23. November 2019
Verein
Wetten haben bekanntlich ihren eigenen Charme. Besonders dann, wenn der Wetteinsatz eher kurioser Natur ist.
Genauso eine Wette hatten der Thalmassinger Feuerwehrkommandant Thomas Scharl und der erste Vorstand der Wehr, Werner Wittmann im Vorfeld des Auftritts von „Da Bobbe“ mit seinem brandneuen Programm „Bayronman“ in der Mehrzweckhalle Thalmassing am Laufen. Da beide als „Vorverkaufsstelle“ für die begehrten Tickets für die Kabarettabend fungierten, war die große Frage, wer mehr Karten an den Mann bzw. an die Frau bringt. Das beide Ihren Job ordentlich erledigten, zeigte sich an der nahezu ausverkauften Halle. Die Leute warteten gespannt auf den Kabarettisten aus Alteglofsheim, der in seiner Nachbargemeinde Thalmassing noch dazu ein echtes Heimspiel erwarten konnte. Unter tosendem Applaus wendete er sich in seinem Origninal-Bayronman-Drehstuhl dem Publikum zu und füllte die Bühne mit seinen knapp zwei Metern und geballter, urbayerischer Kabarett-Kraft nahezu aus. Lange dauerte es nicht, bis die ersten Lachtränen kullerten. In seinem Lied „Mia samma mia, mia Bayern hoidn zamm“ gab er seinen Lebenslauf zum Besten. Mit sechs durfte er das erste Mal Opas Weißbier probieren, mit 14 war es dann das „Rüscherl“, dass ihm seinen ersten Rausch bescherte. Wohl prägende Erlebnisse, denn seine Vorliebe für bayerischen Gerstensaft zelebrierte der Bayronman im Laufe des Abends mehrmals. 
 
Die Lacher endgültig auf seiner Seite hatte er, als er die Sehenswürdigkeiten Thalmassings in Form eines nur vier Seiten dicken Buches ohne jeglichen Inhalts präsentiere. Aber auch die Nachbarortsschaften bekamen „ihr Fett weg“, ohne das er dabei das Publikum zu verärgerte. Beim Kreuzworträtsel aus der „Rentnerbravo“, so bezeichnete er die Apothekenumschau, beschäftige der Kabarettist das Publikum mit kuriosen Denkaufgaben, bevor er diese mit seinen eigenwilligen Wortkreationen selbst löste. Warum in Bayern fünf Maß weniger als acht Halbe sind, dafür hat er seine ganz eigene Berechnungsmethode „Bayrythmetic“. Auch das sehr gute Verhältnis zu seiner 87-jährigen Oma thematisiere er immer wieder. Ein Problem konnte er an diesem Abend allerdings nicht lösen: Die Oma hat vier Enkel aber "nur" drei Häuser. Mit dem „Fingernagelfießlrap“ lockerte er die Stimmung auf, bevor der zum ersten Mal an diesem Abend in seine von vielen mit Sehnsucht erwartete Paraderolle schlüpfte. Als „Brandlhuber Muk“, seines Zeichens erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Facklberg, brachte er das Publikum zum Toben. Das Muks Stärke eher das Löschen des eigenen Durstes, als das Löschen von Bränden ist, wurde allen bereits nach wenigen Worten klar. Er erzählte von seinen kuriosesten Einsatzerlebnissen. Weil bei letzten Einsatz (vorletzten Winter) keine Kräfte mit einem Feuerwehrhaus-Schlüssel verfügbar waren, entschied man sich für die Anschaffung von Drucksensoren im Boden, um das Gerätehaustor durch kräftiges Hüpfen öffnen zu können. Diese Technik erwies sich jedoch als sehr heimtückisch, und das ausgerechnet beim Brand der Brauerei in der Nachbargemeinde. Nach einigen Schwierigkeiten und mancher Ehrenrunde kamen die Facklberger schlussendlich doch am Einsatzort an und waren die gefeierten Helden, als sie den Brand mithilfe ihres 40 Jahre alten Opel Blitz in ungewöhnlicher Art und Weise den Garaus machten.
 
Nach der Pause stand wieder der ursprüngliche Bobbe auf der Bühne und holte sich alsbald Unterstützung aus dem Publikum. Eine Besucherin aus dem benachbarten Niederbayern durfte auf seinem Bayronman-Stuhl Platz nehmen und für ihn bei seinem nächsten Stück die Geräuschkulisse spielen. Nach anfänglicher Nervosität konterte die Dame gekonnt und mit viel Witz viele seiner Fangfragen und legte Geräusche hin, die das Publikum Tränen lachen ließen. Mit seinen neuen Lied „Boarisch Bluad“ und seinem Gassenhauser „Do bin i dahoam“ verabschiedete er sich unter großem Applaus von seinem Publikum, nicht ohne sich beim Veranstalter, der Freiwiliigen Feuerwehr Thalmassing und bei allen Helfern zu bedanken. Beim anschließenden Autogramm-Schreiben überraschte ihn die Feuerwehr mit einer original nordschwedischen Spezialität, dem sogenannten „Surströmming“, in unseren Breitengraden besser bekannt als „Stinkefisch“. Da der Bobbe mit seinen Kollegen der „Bavarian-Three“ kürzlich ein Video über diese Fisch-Spezialität im Internet veröffentlichte, das viral ging, erachteten die Verantwortlichen der Feuerwehr eine Solche als angemessenes Dankespräsent. Der Verlierer der Wette, Thomas Scharl, durfte sich ebenfalls über eine Dose dieser fragwürdigen Spezialität freuen, da er knapp als Verlierer der Kartenverkaufs-Wette hervor ging. Daraufhin einigten sich „Kommandant“ Brandlhuber und Kommandant Scharl auf eine gemeinsame, natürlich nicht ganz ernst gemeinte Übung der Feuerwehren Facklberg und Thalmassing im Frühjahr, mit anschließender Fischverkostung. Unter diesen Voraussetzungen war „Da Bobbe“ wohl nicht zum letzten Mal zu einem Auftritt in der Mehrzweckhalle Thalmassing zu Gast. Wetten?!